39. SSW | Was man bei einer Sturzgeburt macht

Hallo ihr Lieben und Herzlich Willkommen in der 39. Schwangerschaftswoche!

Wir sind jetzt zwei Wochen vom Entbindungstermin entfernt und daher möchte ich mit euch über das Thema Sturtzgeburt reden. Das ist etwas was in 1 - 2 % der Fälle passiert. Eine Sturtzgeburt ist eine überschnelle Geburt. Sie geht so schnell, dass Du es nicht mehr ins Krankenhaus schaffst. Im schlimmsten Fall bist Du damit alleine. Daher möchte ich mit euch heute darüber sprechen, was ihr in so einem Fall tut, falls es euch passiert.

Vorne weg: Während der Schwangerschaft gibt es keine Anzeichen dafür, dass Du eine Sturtzgeburt haben wirst.

Du erkennst eine Sturtzgeburt daran, dass der komplette Prozess der Geburt rasend schnell geht. Entgegen der Regel, hast Du keine Wehenpausen. Alles geht in einander über, das nennt man dann den Wehensturm. Teilweise handelt es sich dabei nur um 20 Minuten, dann fangen schon die Presswehen an und Du musst Dein Kind quasi rauspressen.

To dos bei einer Sturtzgeburt - Checkliste

1. Rettungsdienst rufen: 112 und Deine Wohnungstüre oeffnen
2. Oder Deine Hebamme bzw. im Kreissaal anrufen
3. Hilfe in direkter Nähe holen (Familie, Nachbarn, Freunde, etc.)
4. Hände richtig gründlich sauber waschen, am Besten zusätzlich mit Desinfektion einreiben
5. Wenn die Zeit ist, den Intimbereich waschen
6. In einen warmen Raum ohne Zugluft gehen
7. Saubere Handtücher besorgen
8. Eventuell den Bereich, auf dem die Geburt stattfinden soll mit Plastik auslegen (z.B: Müllsäcke oder Tapezierplane)
9. Wenn Du in Begleitung bist, kannst Du versuchen Dich hinzulegen. Wenn Du ganz alleine bist, solltest Du in die Hocke gehen.
10. Hecheln, ganz doll atmen, NICHT versuchen das Kind heraus zu pressen. Einfach hecheln und atmen.
11. Dein Körper gibt Dir Signal, wann Du Dein Kind herauspressen musst.
12. Dann bitte die Hände in den Schossbereich bereit halten und pressen.
13. Sobald das Köpfchen herauskommt musst Du es mit Deinen Händen stützen. NICHT Ziehen und NICHT Drücken.
14. Mit den Fingern vorsichtig abtasten, ob die Nabelschnur um den Hals ist. Sollte das der Fall sein, musst Du vorsichtig den Kopf des Babys von der Nabelschnur befreien indem Du sie behutsam über sein Köpfchen streifst. Erst dann weitermachen.
15. Ertasten, ob sich vor der Nase des Babys Schleim befindet.
16. Vorsichtig das Kind rauspressen und nich daran ziehen.
17. Wenn es draussen ist, seine Nase und den Mund sauber machen und sofort darauf achten, dass es schreit bzw. atmet. Wenn das nicht passiert, lagere Dein Neugeborenes so, dass der Kopf tiefer ist als die Beine und gebe ihm einen leichten Klapser auf den Rücken.
18. Die Nabelschnur besser nicht selbst durchtrennen, der Rettungsdienst kommt ja und kümmert sich um den Rest.
19. Denke daran, dass Dein Körper die Nachgeburt noch rauspressen muss. Diese unbedingt in einer Schüssel auffangen und den Ärzten zeigen, da diese wissen müssen ob sie vollständig oder nur teilweise geboren wurde.

Ich hoffe, ich habe niemandem Angst gemacht, aber es ist schön zu wissen, wie man sich in so einer Notlage selbst helfen kann.

Ich wünsche uns allen eine unkomplizierte Geburt!

Eure Laila