Zeitmanagement mit Kindern

Zunächst möchte ich erklären, dass die Situation in den meisten deutschen Haushalten folgendermaßen aussieht. Eine Frau ist mit einem oder mehreren Kindern zuhause, entweder weil sie alleinerziehend ist, oder weil der Partner tagsüber arbeiten ist. Diese Situation ist schwer, sie existiert allerdings erst seit ein paar Jahrzehnten. Denn früher war es ganz normal, dass mehrere Generationen zusammen gewohnt haben. Da war immer eine Oma, ein Opa oder eine Tante da, man hat sich einfach gegenseitig unterstützt.

Heute sieht das anders aus, da lastet die komplette Organisation meistens auf einer einzigen Frau. Da ich in den letzten 12 Jahren des Mamaseins einige Erfahrungen gesammelt habe, möchte ich euch hier ein paar Tipps geben.

Ganz kurz zu mir

Ich habe verschiedene Phasen der Kindererziehung durchlaufen. Beim ersten Kind war der Partner damals viel arbeiten und ich war tagsüber mit dem Baby allein zuhause. Dann gab es die Phase in der ich alleinerziehend mit 2 Kindern (ein Baby) war. In der Zeit hatte ich keine Haushaltshilfe und niemanden, der mir bei den Kindern geholfen hat. Das war eine Phase, in der ich viel zum Thema Zeitmanagement gelernt habe. Und dann gibt es noch die Phase in der ich jetzt lebe, mit 3 Kindern und einem Partner, der viel arbeitet. Ich bin tagsüber mit den Kindern allein zuhause, habe jedoch jemanden, der mir im Haushalt hilft und jemanden, der mit bei den Kindern zur Hand geht. Beruflich bin ich ja als Schauspielerin eher selten gebucht (leider) und deshalb viel Zeit für die Kinder. In Jahre 2012 sah das jedoch anders aus, da habe ich viel gearbeitet, war bei „Verbotene Liebe“ und an 2 Theatern engagiert. In dieser Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, wie es ist einen stressigen Berufsalltag und die Kinder unter einen Hut zu bekommen.

Früh aufstehen

Auch wenn es schwer fällt, man muss mindestens eine Stunde vor den Kindern aufstehen. In dieser Zeit muss man sich selbst fertig machen, die Snackboxen vorbereiten, die Kleidung rauslegen und das Frühstück machen. Macht man all diese Sachen wenn die Kinder wach sind, wird es ein stressiger Morgen. Die Kinder bekommen den Stress ab und man ist schlecht gelaunt.

Mütterallianzen

Diese können sich auf ganz verschiedene Bereiche positiv auswirken. Mütter können sich nämlich prima gegenseitig unterstützen und sogar die Aufgaben teilen und sich damit das Leben leichter machen. Beispielsweise ist jede Mutter mal dran die Kinder in die Schule zu bringen oder abzuholen. Oder jede Mutter ist mal dran am Nachmittag alle Kinder bei sich zu sammeln damit die andern Mütter die Gelegenheit für Erledigungen haben. Oder jede Mutter ist mal dran die Kinder in den Sportverein oder zum Geburtstag zu bringen. Was auch noch ganz gut klappt, wenn in der Schule Kuchen benötigt wird kann man sich auch abwechseln indem die jeweilige Mutter, die ja eh schon Teig anrührt einfach einen zweiten Kuchen backt.

Ein Beispiel noch von mir. Als mein Sohn noch ein Baby war, gab es eine Mutter, die ganz in meiner Nähe gewohnt hat. Sie ist jeden Morgen mit Ihrem Baby zu mir gekommen, im Schlafanzug, wir haben uns dann beim Duschen abgewechselt oder eine ist einkaufen gegangen und die andere hat dann jeweils auf die Babys aufgepasst.

Nichts aufschieben

Es ist natürlich verlockend, sich aufs Sofa zu legen sobald die Kinder morgens aus dem Haus sind. Es ist jedoch wirklich besser die Dinge nicht aufzuschieben. Man sollte die Dinge im Haushalt erledigen, einkaufen gehen oder das Abendessen vorkochen. Wenn alles erledigt ist, bleibt hoffentlich noch genug Zeit um sich auszuruhen.

Kleidung auf Vorrat

Egal wie viele Kinder man hat, eines ist sicher, sie wachsen und das schnell. Ich habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass mein Sohn plötzlich über Nacht größere Füße hatte oder die Hosen plötzlich nicht mehr zu gehen. Deshalb habe ich mit angewöhnt für jedes Kind alles schon in der nächsten Größe auf Vorrat zu haben. Kaufen muss man die Kleidung ohnehin irgendwann.

Kindergeburtstage

Damit meine ich nicht die der eigenen Kinder, sondern die von Freunden und Schulkameraden. Teilweise gibt es Monate, da flattert jeden Tag eine Einladung ins Haus. Um diesem Stress schnell ein Geschenk zu brauchen aus dem Weg zu gehen, habe ich immer kleine Geschenke für Jungs und Mädchen für die unterschiedlichen Altersstufen auf Vorrat da. Ist ein Kind spontan auf einem Geburtstag eingeladen, nehme ich einfach ein Geschenk aus meiner Schublade im Schlafzimmer und spare mir den Stress.

Abendessen

Leider koche ich persönlich relativ ungern, aber ich habe den Anspruch, das meine Kinde immer ausgewogen und gesund essen. Deswegen versuche ich Sachen zu kochen, die einfach und schnell zu machen sind und dazu noch schmecken und gesund sind. Meine Tiefkühltruhe ist deshalb mein Lebensretter. Die ist immer randvoll mit Dingen wir Fischstäbchen & Spinat, Hühnerfrikassee, Gemüsegerichten oder vorgekochten Speisen. Man kann so einfach frische und gesunde Gerichte zaubern und ist in ein paar Minuten fertig.

Kinder packen mit an

Für mich ist es wichtig, dass die Kinder nach dem Essen ihr Geschirr abräumen, den Tisch aufräumen und das Geschirr in den Geschirrspüler räumen. Dazu zählen auch Sachen wir Schuhe wegstellen und Klamotten wegräumen, so kann im Haushalt Chaos vermieden werden. Ich lasse die Kinder auch kleine Dinge erledigen, wie zum Beispiel die Zimmer in Ordnung halten.

Hobbys

Da Kinder des Öfteren ein oder mehrere Hobby haben, können das bei mehreren Kindern echt viele Hobbys werden. Da man seine Kinder ja hinbringen und auch wieder holen muss, benötigt man viel Zeit für die Hobbys seiner Kinder. Ich hab mich deshalb dazu entschlossen meinen Kindern nur noch Hobby in der Nähe zu erlauben, ganz einfach weil es zum Teil mit sehr weiten Anfahrtswegen und auch mit sehr viel Umständen verbunden ist, wenn sich die Hobbys nicht mit unserem Familienrytmus verbinden lassen. Es gibt genug Sachen in der Nähe, wo sich sicherlich etwas finden lässt.

No Mamatainment

Wahrscheinlich stehe ich mit diesem Punkt allein in weiter Flur, jedoch habe ich im Laufe der Jahre herausgefunden, dass ich meine Kinder nicht bespaßen möchte. Ich bin die Mama, ich bin da aber ich setzte mich nicht mit ihnen hin und bespiele sie stundenlang. Während meine Kinder spielen mache ich andere Dinge im Haus, die wichtig sind und erledigt werden müssen. So kommt es, dass die Kinder vielleicht mal Langeweile haben, vielleicht mal rumnölen oder vielleicht auch mal alleine sich selbst beschäftigen müssen. In der Zeit können Sie ein Bild malen oder etwas basteln, denn ich bin nicht die Entertainerin.

Früh ins Bett

Für mich ganz wichtig, aber auch für die Kinder ganz wichtig ist die Tatsache, dass ich sie abends früh ins Bett bringe. Den Großen natürlich nicht, der ist alt genug. Aber die beiden Mädchen (7+3) bringe ich zwischen 18:30h und 19h ins Bett. Das klingt im ersten Moment vielleicht sehr früh, ich jedoch habe herausgefunden, dass das für die Kinder die richtige Zeit ist, schon allein weil sie morgens von alleine wach werden und so nicht übermüdet uns schlechtgelaunt in die Schule oder den Kindergarten müssen. Ein weiterer Grund ist, dass ich diese Zeit am Abend einfach brauche. Ich habe den ganzen Tag den Trubel und abends brauche ich die Zeit um abzuschalten und mich um mich zu kümmern und um die Sachen die mich als Frau und uns als Familie ausmachen.

Sicherlich hat jede Familie ihren eigenen Weg, den sie gehen möchte aber vielleicht ist ja der ein oder andre Tipp dabei.